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"Mehr Information bringt den Patientinnen und Patienten mehr Sicherheit", erklärte Gesundheitsminister Alois Stöger bei der Präsentation des Patientenhandbuches. Das Patientenhandbuch ist als Instrument gedacht, das Patientinnen und Patienten sowie Vertrauenspersonen unterstützen soll, sich in der "fremden" Welt des Krankenhauses zurechtzufinden. "Das Handbuch gibt wertvolle Tipps, wie man sich verhalten sollte, um möglichst effizient mit Fachleuten zu kommunizieren und aktiv zur eigenen Behandlung beitzutragen", so Stöger.
Information, Aufklärung und Transparenz
"Information, Aufklärung und Transparenz dienen dem Wohl und der Sicherheit der Patientinnen und Patienten und nehmen daher einen zentralen Stellenwert in meiner Gesundheitspolitik ein. Das Patientenhandbuch ist, wie der Spitalskompass ein wertvolles Instrument, diese Ziele zu erreichen."

» http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Gesundheitssystem_Qualitaetssicherung/PatientInnensicherheit/Patientenhandbuch

Spitalspatienten sollen sich mehr trauen.
Nicht nur das Personal kann Fehlerquellen entdecken. Mündige Patienten verhindern bis zu 15 Prozent aller Schadensfälle.
Ein Spitalspatient bekommt täglich drei blaue Tabletten, eines Tages ist auch eine rote dabei. "In solchen Fällen wollen wir die Patienten motivieren und unterstützen nachzufragen, ob das in Ordnung ist", sagt Gerald Bachinger, Sprecher der österr. Patientenanwälte.
Dazu wurde von einer Arbeitsgruppe der Plattform Patientensicherheit Österreich – in ihr sind u. a. Vertreter der Gesundheitsberufe und die Patientenanwälte vertreten – ein Folder mit Anregungen für Fragen entwickelt (Beispiele siehe Grafik) , der jetzt den Spitalsträgern zur Verfügung gestellt wird. "Viele Patienten trauen sich immer noch nicht zu fragen. Dieser Folder ist eine Aufforderung, das zu tun", sagt Peter Gausmann, Geschäftsführer der GRB Gesellschaft für Risiko-Beratung in Detmold. "Patienten können an der Verhinderung von 10 bis 15 Prozent aller medizinischen Fehler mitwirken. Dieses Potenzial wird derzeit aber nicht genützt."

Bei acht bis zwölf Prozent der Spitalsaufenthalte kommt es zu unerwünschten Ereignissen – von Therapie-Nebenwirkungen bis zu echten Behandlungsfehlern, so eine OECD-Studie. Die Hälfte davon ist vermeidbar.
"In den vergangenen fünf Jahren hat sich auf Expertenebene im Bereich Patientensicherheit sehr viel getan", so Bachinger: "Es wurden Fehlermeldesysteme eingerichtet, OP-Checklisten eingeführt, interne Abläufe durch externe Experten überprüft. Wir haben jetzt einen neuen Ansatz: Wir wollen auch die Patienten einbinden – ohne Verantwortung vom Personal auf sie abzuschieben. Es soll eine Ergänzung sein. Die Patienten sind die einzigen, die den gesamten Behandlungsprozess mitbekommen."
Eine Verunsicherung des Personals solle vermieden werden: "Da und dort wird der aktive Patient, der sich einbringen will, immer noch als Angriff gesehen", sagt Bachinger. "Wir wollen beitragen, dass sich das ändert. Dazu benötigt es aber auch Schulungen des Personals."

Nachgefragt: "Rückgang schwerer Schäden" Peter Gausmann ist Geschäftsführer der Gesellschaft für Risiko-Beratung (GRB), die Abläufe in Krankenhäusern und Schadensfälle analysiert.
KURIER: In Österreich sollen jährlich rund 3000 Menschen an den Folgen von Kunstfehlern sterben.
Peter Gausmann:
Diese Zahl beruht auf Umrechnungen von US-Studien, die jeder Grundlage entbehren. Wir haben 120.000 Patientengeschichten ausgewertet. Es gibt einen klaren Rückgang schwerer Schäden.
Wieso? Spitäler, die konsequent ihre Mitarbeiter ermutigen, Fehler in allgemein zugängliche Meldesysteme einzutragen, können ihre Fehlerrate deutlich senken. Und diese Systeme setzen sich mehr und mehr durch. Auch die gefürchteten Seitenverwechslungen gehen durch bessere Kennzeichnungssysteme zurück. Die öffentliche Wahrnehmung ist aber eine ganz andere: Die Patienten fühlen sich in einem immer sichereren System immer unsicherer. Und die Bereitschaft zu klagen steigt.
(Quelle: Kurier, 1.4.2012)